Statement des Präsidenten zu dem Bericht der Sportarena (13.12.2019) 14. Januar 2019 Drucken
Saarbrücken, den 13.01.2019



Sehr geehrter Herr Braml,

Ihr heutiger Bericht über das Schwimmteam in Neckarsulm hat mich sehr überrascht und zugleich enttäuscht. Sie geben vor, dass Ihnen der saarländische Sport, hier der Schwimmsport, am Herzen liegt und bringen in Ihrer Sendung einen Bericht über einen Trainer und Schwimmer, die jetzt Erfolge sammeln, deren Grundlagen hier in Saarbrücken gelegt wurden. Ohne die hervorragenden Rahmenbedingungen an der Sportschule des LSVS mit einem Sportgymnasium, das den Spitzensportlern in der Oberstufe die Möglichkeit bietet, neben der Schule ihr tägliches Training zu absolvieren, dem Sportinternat, in dem die Schwimmer neben dem Schwimmbad wohnen, der Sportschule mit ihren medizinischen und sportlichen Einrichtungen (nicht zu vergessen die Mensa), einem der modernsten Trainingsbäder in Deutschland, das den Schwimmern fast jederzeit zur Verfügung steht und nicht zuletzt die persönliche und familiäre Unterstützung wären die Erfolge der Neckarsulmer Schwimm-AG nie möglich geworden.

Ich finde es auch grotesk zu behaupten, dass nur in einer Umgebung wie in Neckarsulm Spitzensportler Zeit für ein duales Studium hätten. Nehmen Sie das Beispiel Andreas Waschburger: der hat neben dem Leistungssport eine Ausbildung und ein Studium bei der Polizei absolviert. Jetzt, in der Qualifikationsphase für die Olympischen Spiele, entstehen allerdings trotz der Großzügigkeit der Polizei Konflikte wegen der (auch) zeitlichen Belastung durch das noch einmal intensivierte Training. Es ist doch naiv anzunehmen, dass in Zeiten der Olympiavorbereitung ein duales Studium möglich ist. Ihr Bericht über den Badmintonspieler Marvin Seidel hat das ja auch gezeigt. Der Bericht über Marvin Seidel hat auch gezeigt, dass gerade die Nähe zur Universität des Saarlandes den Leistungssportlern grundsätzlich die Möglichkeit bietet, Leistungssport und Studium zu kombinieren.

Über zusätzliche Sponsoren würden wir uns freuen. Die sind aber in unserer Region und für unseren Sport nicht zu finden. Allerdings sind private und Unternehmenssponsoren u.U. auch schnell wieder weg, während wir mit unserem "Hauptsponsor" LSVS einen zuverlässigen Partner haben.

Übrigens: Während Sie den neuen LSVS-Präsidenten in der Leichtathletikhalle interviewt haben fanden in der Albert-Wagner-Schwimmhalle an der Sportschule, also nicht einmal 500m entfernt, die Mehrkampf Meisterschaften des Saarländischen Schwimm-Bundes statt. Dort wurde großer Schwimmsport von jungen und jugendlichen Schwimmerinnen und Schwimmern geboten. Die Tatsache, dass weder Sie noch der LSVS-Präsident die paar Meter bis zur Schwimmhalle geschafft haben spricht m.E. für die mangelnde Anerkennung und Wertschätzung gegenüber unserer Sportart und der besonderen Leistungen unserer Sportlerinnen und Sportler sowie des Trainerteams.

Nachdem Hannes Vitense zielgerichtet die besten Schwimmerinnen und Schwimmer mitgenommen hatte, haben wir ein erstklassiges Trainerteam etabliert. Diesem Trainerteam ist es gelungen, eine motivierte und in Anfängen erfolgreiche Mannschaft fast aus dem Nichts zu formen (Hannes Vitense hat sich zum Schluss fast nicht mehr um den Nachwuchs kümmern können). Und das obwohl außer den Schwimmern, die nach Neckarsulm gegangen sind, auch noch ein starkes und stark miteinander verbundenes Team fast gleichzeitig die Schule und damit das Saarland verlassen hat bzw. mit dem Leistungssport aufgehört hat. Mit Schwimmerinnen und Schwimmern wie z.B. Antonia Massone, Felix Bartels, Daniel und Christian Kober, Moritz Bartels, Jean-Marc Emser, Nico Perner, Jonathan Berneburg, Vanessa Dehaut, Annabel Ivanov, Luisa Winkler, Maike Dörr und Patrick Lattwein fehlen auch Vorbilder für die jungen Athleten.

Trotz der Turbulenzen durch den Abgang von Hannes Vitense und die Unsicherheiten wegen der Vorgänge im LSVS ist der Saarländische Schwimm-Bund, nicht zuletzt durch die unverminderte finanzielle Förderung durch den LSVS, bestens für die Zukunft gerüstet.


Gerne stehe ich Ihnen für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Bartels
Präsident des Saarländischen Schwimmbundes